WomanISM

Eine deutsch-afrikanische Kooperation zwischen den Städten Dresden (Deutschland), Kampala (Uganda) und Nairobi (Kenia).
Ausstellungen | Workshops | Symposien | Residenzen | Künstlerkooperationen | Austausch

WomanISM ist ein internationales Projekt, das Ausstellungen, Workshops, Künstlerresidenzen und künstlerische Kooperationen umfasst. Ziel ist es, den Dialog über die Rechte und die Stellung der Frau in der Kunstwelt und in der Gesellschaft im Allgemeinen zu untersuchen und fördern. Wobei der Schwerpunkt auf farbige Frauen sowie anderer marginalisierter Randgruppen im Kontext zu deutschen Frauen in künstlerischer Sichtweise liegt. Es ist das gemeinsame Bestreben der Kuratorinnen und Organisatorinnen Syowia Kyambi (Nairobi, Kenia), Teesa Bahana vom Kunstzentrum 32 ° East (Kampala, Uganda), Antka Hoffmann und Andrea Hilger vom OSTRALE-Zentrum für zeitgenössische Kunst (Dresden, Deutschland) einen zeitgenössischen Diskurs zu erstellen.

Das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst organisiert seit 2007 internationale Ausstellungen in Dresden, Deutschland und im Ausland. Im Laufe der Jahre hat sich die OSTRALE Biennale zur drittgrößten zeitgenössischen Ausstellung in Deutschland entwickelt, mit Satellitenausstellungen in mehr als 15 Städten im europäischen Ausland. Dabei wurde in den letzten Jahren mit den Kulturhauptstädten Europas kooperiert und ausgestellt. Die OSTRALE ist keine Verkaufsausstellung per se, was erlaubt, unabhängig von der Marktentwicklung gesellschaftlich relevante Themen anders zu diskutieren. Die Leitprinzipien der OSTRALE, wie friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden / Unbekannten, gegenseitiger Respekt, religiöse Vielfalt und Internationalität, spiegeln sich in den Ausstellungen wieder. Die 2017er Ausgabe der OSTRALE Biennale verzeichnete eine Rekordzahl von 30.000 Besuchern, darunter 9.500 Schüler aus lokalen Schulen. Auf der OSTRALE Biennale 2019 werden mehr als 250 Werke von 130 Künstlern aus mehr als 30 Ländern gezeigt, die an 9 verschiedenen Orten in der ganzen Stadt Dresden präsentiert werden.

14 Künstlerinnen aus Deutschland und Afrika wurden von den Kuratorinnen zur Teilnahme an dem Projekt ausgewählt:
JANICE ICHE (Janice Mwalwala, 1995 / KEN)
NANCY MTEKI (1989 / ZWE)
REHEMA CHACHAGE (1987 / TZA)
IMMY MALI (Immaculate Mali Anderu, 1990 / UGA, NL)
SONIA E BARRETT (1975 / UK)
USHA (Usha Seejarim, 1974 / ZAF)
NATHALIE BERTRAMS (1968 / DE, BEL)
FRENZY HÖHNE (1975 / DE)
CAROLIN KOSS (1986 / DE, FIN)
ANASTASIA OBAREGBE (1982 / DE)
HANNA NITSCH (1974 / DE)
RAMONA SEYFARTH (1980 / DE)
GO PLASTIC COMPANY (CINDY HAMMER, 1989 & SUSAN SCHUBERT, 1986 / DE)

14 Künstlerinnen aus Deutschland und Afrika wurden von den Kuratorinnen zur Teilnahme an dem Projekt ausgewählt. Sie werden auf der OSTRALE Biennale 2019 in Dresden vom 11. Juni bis 1. September 2019 präsentiert und die meisten von Ihnen nehmen vom 11. Juni bis 4. Juli am Artist-in-Residence-Programm teil. Während ihrer Residenz lernen sich die Künstlerinnen kennen, veranstalten Workshops und Symposien und legen den Grundstein für eine gemeinsame Konzeption Ihrer künstlerischen Arbeit, die sie während Ihres Aufenthalts in Kampala im Kunstzentrum 32 ° East vom 1. bis 10. Februar 2020 realisieren werden. Diese Kunstwerke sind dann sowohl in Kampala ab dem 10. Februar, als auch in Nairobi ab dem 25. März ausgestellt. In Kampala und Nairobi werden die Symposien und Workshops als begleitende Veranstaltungen im Februar und März 2020 fortgesetzt.

Die Ausgabe 2019 der OSTRALE Biennale ist rund um den Leitgedanken der „-ismen” organisiert. Während die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zunehmend durch die digitale Revolution und die virtuelle Realität verwischt werden, steigt die Nachfrage nach seit langem bestehenden „Ismen”. Sie werden konsultiert, um „unsere” Werte und Weltbilder zu schützen, zu verteidigen und ihnen mehr Unterstützung zu geben. Ismen werden am häufigsten als Dogmen, Konfrontation, künstlerische Kategorien oder soziale Werte eingesetzt. Sie sind immer von Menschen gemacht und unterscheiden sich auch von anderen Weltbildern. Trotzdem oder möglicherweise sogar aufgrund dieser Kraft des individuellen Geistes und der kollektiven Bindungen können „Ismen” auch als eine Form von „Freiheit” betrachtet werden, um Werte neu zu definieren oder den dogmatischen Interessen der Macht zu dienen.

In diesem breiteren Kontext fragen wir mit WomanISM, was jenseits des Ismus liegt und welche einzigartige Perspektive auf diese Plattform gebracht werden kann, anstatt einzig eine afrikanische Vertretung auf einer internationalen Ausstellung zu zeigen. Die Arbeiten werden auf der Ausstellung zeitgenössischer Künste 2019 als gleichwertige Beiträge präsentiert. Innerhalb des Themas WomanISM liegt der Schwerpunkt auf dem Diskurs zwischen den Beitrag der vertretenen schwarzen Künstlerinnen mit Herkunft afrikanischen Ursprungs gegenüber den deutschen Künstlerinnen, um die Probleme der Welt zu besprechen, Stimme für Stimmlose zu sein, zu behaupten, dass sie existieren und verschiedene Räume besetzen sowie die Arbeit, sich selbst und damit die Gleichberechtigung der Unterschiede zu reparieren. Die Bürde der Repräsentation ist ein Thema, das in den von der OSTRALE und 32 ° East veranstalteten Gesprächsprogrammen weiter ausgearbeitet werden soll.

Im Jahr 2019 findet die OSTRALE Biennale als dezentrale Ausstellung statt, mit der Historischen Tabakfabrik f6 in Dresden Striesen als Kernausstellungsort und mehreren spannenden Ausstellungsorten in der gesamten Stadt Dresden. Die verschiedenen Veranstaltungsorte mit dem Bezug WomanISM und deren Ausstellungsszeiten sind wie folgt:

OSTRALE Biennale O19
Goethe Institut Dresden 12. Juni – 01. Sept.
Ausländerrat Dresden 13. Juni – 01. Sept.
Historische Tabakfabrik f6 (KERNAUSSTELLUNG) 03. Juli – 24. Aug.

Die Auswahl der Kunstwerke in zwei dieser spannenden Ausstellungsräume, dem Goethe-Institut Dresden und dem Ausländerrat Dresden, konzentriert sich insbesondere auf Künstler, welche am Projekt WomanISM teilnehmen. In den Ausstellungen sind öffentliche Workshops und Symposien geplant um in einen regen Austausch zu kommen. Beide Orte sind Institutionen, welche bereits mit den Themen des interkulturellen Dialogs zwischen Deutschland und der Welt verbunden sind und sich im In- und Ausland um respektvolle Beziehungen zu Menschen anderer Kulturen bemühen.

Das Goethe Institut Dresden bietet Sprachkurse für Deutsch als Zweitsprache an und ist häufig der erste Kontakt mit deutscher Sprache und Kultur für Ausländer, welche in der Stadt leben und arbeiten. Andererseits hat das Goethe-Institut als Bundesinstitut eine lange Geschichte von Stipendien und Programmen zur Unterstützung der Teilnahme deutscher Künstler an internationalen Residenzen und Austauschprogrammen. Der Ausländerrat Dresden ist ein Verein, welcher sich auf die Integration und Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund in Dresden konzentriert. Sie organisieren Sprach- und Musikkurse, Diskussionsabende und andere kulturelle Veranstaltungen mit speziellen Angeboten für Frauen und Familien. An beiden Orten und in der Kernausstellung der Historischen Tabakfabrik f6 ist es für uns wichtig, dass die Kunstwerke der afrikanischen und deutschen Projektteilnehmerinnen sowie anderer internationaler Künstler, gleichwertig und im Dialog mit jedem präsentiert werden.

Syowia Kyambi ist die Hauptkuratorin des WomanISM-Projekts der afrikanischen Künstlerinnen. Sie studierte an der School of Art Institute of Chicago und erhielt mehrere Preise und Stipendien. Ihre Arbeit untersucht, wie unsere zeitgenössische menschliche Erfahrung von konstruierten Geschichten beeinflusst wird und erstellt Installationen, die eine performative Praxis beinhalten, um Geschichten zu erzählen und Objekte zu aktivieren. Sie erforschen kulturelle Identitäten und sind mit Themen wie Verlust, Gedächtnis, Rasse und Geschlecht verknüpft. Syowia übt sowohl künstlerische als auch kuratorische Leistungen aus. Ihre Arbeiten wurden in Museen in Belgien, Finnland, Kenia, Mali, Großbritannien, Irland, Schweden, Deutschland, Simbabwe, Frankreich, Südafrika und den USA gezeigt. Sie war auch Teil des Kuratorenteams, welches die ausgestellten Künstler der OSTRALE Biennale 2019 auswählte.

Teesa Bahana ist der Hauptorganisator des WomanISM-Projekts von afrikanischer Seite in Uganda und derzeit Direktorin von 32 ° East, einem Kunstzentrum, welches 2012 für die Schaffung und Erforschung zeitgenössischer Kunst in Uganda gegründet wurde. Teesa übernahm 2016 die Leitung der Organisation und betreute seitdem 26 Residenzen, vier Ausstellungen und die Einrichtung neuer Programme wie KLA ART Labs, eine Reihe von Workshops zu Kunst im öffentlichen Raum und Publikumsengagement sowie den Supperclub Palate der Künste.

Antka Hofmann ist Künstlerin, Kulturmanagerin des WomanISM-Projekts und kuratierte die deutschen Künstlerinnen. 1977 in Großenhain geboren, lebt und arbeitet sie in Dresden und Heiligendamm. Sie studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden (1996-2002); und absolvierte auch dort ihren Meisterschüler-Abschluss (2002-2005). Nach einem Forschungs- und Lehrstipendium (2002-2003) war sie Mitglied der Produzentengalerie Komet Berlin (vormals Rakete Berlin 2007-2009). Sie ist auch Mitbegründerin der OSTRALE 2007, Vorstandsmitglied und seit 2013 stellvertretende Leiterin des Ausstellungsaufbauteams. Als Künstlerin hatte sie Einzelausstellungen in Berlin, Leipzig und Dresden. sowie verschiedene Gruppenausstellungen in Deutschland, Polen, Russland, Belgien, Spanien und Malta. Sie ist Teil des Kuratoren- und Juryteams der OSTRALE Biennale.

Andrea Hilger ist Gründerin und künstlerische Leiterin der OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst und Hauptorganisatorin des WomanISM-Projekts in Dresden. 1970 in Leipzig geboren, ist sie Gründerin von TANZart Dresden (1997) und HILLUMINATION – Light + Stage Design (2001), Vorstandsmitglied der Tanzbühne Dresden e.V. Seit 1999 Tänzerin mehrerer deutscher Opernhäuser, darunter bis heute die Semperoper Dresden, sowie Bühnen- und Kostümbildnerin an zahlreichen Theatern in ganz Deutschland, wie der Kieler Oper, dem Staatstheater Cottbus, dem Landestheater Coburg unter anderen. 2009 Preisträger des Förderpreises der Stadt Dresden und Mitglied des Orga-Teams der Konferenz der Konkurrenten zur Vorbereitung der Kulturhauptstadt Europas 2025. Die OSTRALE ist Mitglied im WOD (WeltOffenes Dresden) und im Netzwerk Kultur Dresden der freien Szene.

 

Konzept

WomanISM wird gefördert im Fonds TURN der